Alfred Ritter von Arneth
1819 - 1897

Alfred Ritter von Arneth

Der österreichische Politiker und Historiker war eine der ersten Persönlichkeiten, die in der Mitte des 19. Jhs. den Fremdenverkehr in Altaussee begründeten und den Ort zu ihrer zweiten Heimat machten. Schon seine Eltern – der Vater war Direktor des k.k. Münz- und Antikenkabinetts, die Mutter Schauspielerin – hatten einen mehrwöchigen Urlaub in Altaussee verbracht.

Alfred wurde am 10. Juli 1819 in Wien geboren. Gemeinsam mit seinem Bruder besuchte er das Stiftsgymnasium Kremsmünster, wo er auch maturierte.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Geschichts- und Rechtswissenschaftsstudiums an der Universität Wien trat er 1840 in den Staatsdienst ein. Nebenher begann er auch mit der Umarbeitung der „Geschichte des Kaisertums Österreich“, welche sein Vater verfasst hatte.
Im Mai 1844 heiratete er die Wiener Arzttochter Nina von Schäffer. 1845 wurde Tochter Auguste geboren. (1873 heiratete diese den Hauptmann im Tiroler Kaiserjägerregiment, Otto Freiherr von Eiselsberg.)

1848 wurde Erzherzog Johann als Reichsverweser nach Frankfurt berufen (eineinhalb Jahre später legte er dieses Amt nieder und kehrte in die Steiermark zurück). Im selben Jahr war Ritter von Arneth in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt worden und so übersiedelte er mit seiner Familie nach Deutschland. 1849, anlässlich der neuen österreichischen Verfassung, legte Arneth sein Mandat nieder und kehrte nach Wien zurück.

In Wien war er weiterhin Beamter, später wurde er Vizedirektor und in der Folge Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs und erwirkte dessen Freigabe für wissenschaftliche Forschungen. Er nützte selbst diese Quellen für seine wissenschaftlichen Arbeiten: z.B. über Graf Starhemberg, Prinz Eugen von Savoyen und Kaiserin Maria Theresia. Auch Briefwechsel zwischen zahlreichen historischen Persönlichkeiten wurden von ihm herausgegeben – darunter „Briefe der Kaiserin Maria Theresia an ihre Kinder und Freunde“.

1861 wurde Arneth in den niederösterreichischen Landtag gewählt und 1869 auf Lebenszeit in den österreichischen Reichsrat. Es wurden ihm zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen zuteil und im Jahre 1879 wurde er auch zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften gewählt.

Mit seiner Familie verbrachte Ritter von Arneth 1863 seinen ersten längeren Urlaubsaufenthalt in Altaussee, beim „Seewirt“. Es waren, wie er selbst festhielt, „höchst angenehme Tage“, und weiter: „Damals befanden sich nur vier oder fünf nicht-einheimische Familien dort, für welche die geistreiche Baronin Emilie von Binzer den gern aufgesuchten Zentralpunkt eines zwar anspruchlosen, aber sehr anregenden geselligen Kreises bildete“. – Neben den Familien Binzer, Zedlitz und Hohenlohe und deren Bekannten und Freunde zählte nun auch die Familie Arneth zu den regelmäßigen Sommergästen in Altaussee.

Arneths Gattin Anna verstarb 1867 in Traunkirchen. Eine Marmortafel an der Kirchenmauer erinnert daran. Sie war eine überaus großherzige Frau gewesen und nützte ihre Beziehungen um auch Einheimischen zu helfen.

1892 erschienen Ritter von Arneths Erinnerungen in 2 Bänden: „Aus meinem Leben“. Eine Eintragung vom September 1890 lautet: „Ich verbrachte diesen Tag in Altaussee, wo ich nunmehr alljährlich, wie es schon früher oft der Fall war, meinen Urlaub verbringe!“ – Er tat dies bis zwei Jahre vor seinem Tod. Am 30. Juli 1897 verstarb er in Wien.

Aus Dankbarkeit für Arneths Wohltaten wurde der Wanderweg zwischen Blaastraße und Kahlseneck, wo es auch einen Gedenkstein gibt, nach ihm benannt. Errichtet wurde dieser Weg 1896 von Dr. Kerry, dem Vater der Malerin Christl Kerry.

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