Bruno Brehm
1892 - 1974

Bruno Brehm

Bruno Brehm wurde am 23. Juli 1892 in Laibach  geboren. Sein Vater, Josef Joachim Brehm, war k.u.k. Offizier und wurde noch 1917 in den Adelsstand erhoben. Seine Mutter, Emilie Julie, geborene Meinl, war Tochter eines Spitzenfabrikanten. Bruno lebte mit seinen Eltern in den Garnisonsstädten Pilsen, Eger, Prag und Znaim. In Znaim absolvierte er das Gymnasium und studierte – vorerst nur kurze Zeit – an der Universität Wien.
Im Jahr 1913 ging er zum Militär. Schon zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er verwundet. Er geriet in russische Gefangenschaft und wurde nach zwei Jahren durch einen Gefangenenaustausch frei gelassen und wieder als Soldat eingesetzt. Nach einer abermaligen Verwundung in Italien diente er bis zum Kriegsende.
Bruno Brehm studierte in Wien und Schweden Kunst- und Urgeschichte und dissertierte über das Thema: „Östliche Einflüsse auf die germanische Tierornamentik“. 1922 promovierte er. Im selben Jahr heiratete er Margarethe Jeannee und arbeitete als Verlagsbuchhändler für verschiedene Verlage.

Sein erstes Buch, „Der Sturm auf den Verlag“, erschien 1925 unter dem Pseudonym Bruno Clemens. Von 1925 bis 1927 hatte er am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien eine Assistentenstelle inne.
 Ab 1927 lebte Bruno Brehm als freier Schriftsteller. Der Roman „Der lachende Gott“ wurde in der Wochenzeitschrift „Simplicissimus“ vorabgedruckt (20 Jahre später unter dem Titel „Der fremde Gott“ neu aufgelegt). Einige seiner folgenden Romane seien angeführt: „Susanne und Marie“ (1929, unter dem Titel „Auf Wiedersehen, Susanne“ 1939 neu aufgelegt), „Wir alle wollen zur Opernredoute“, „Ein Graf spielt Theater“ (beide 1930) und „Britta“ (1934). Er schrieb auch zahlreiche Erzählungen - eine Sammlung davon beinhaltet der Band „Das gelbe Ahornblatt. Ein Leben in Geschichten“ (1931). Mit der Trilogie „Die Throne stürzen“, welche den Zerfall und Untergang der Monarchie zum Inhalt hatte, war Brehm besonders erfolgreich (1931 – 1933). Die Titel der drei Romane waren „Apis und Este“, „Das war das Ende“ und „Weder Kaiser noch König“. Ein weiteres historisches Thema – über die Befreiungskriege gegen Napoleon – behandelte Brehm in dem Roman „Zu früh und zu spät“ (1936).
1938, zum Einmarsch Hitlers in Österreich, drückte Brehm seine große Begeisterung  in dem Beitrag „Glückliches Österreich“ aus, welcher im „Bekenntnisbuch österreichischer Dichter“ abgedruckt wurde.
1938 bis 1942 fungierte Brehm als Herausgeber der Zeitschrift „Der getreue Eckhart“. 1940 verfasste er „Über die Tapferkeit“, ein Brevier für junge Deutsche.
Von 1941 bis 1944 war Bruno Brehm Ordonanzoffizier in Griechenland, Russland und Nord-Afrika.
1939 wurde Brehm der von Josef Goebbels gestiftete „Nationale Buchpreis“ verliehen, 1942 bekam er die „Prinz Eugen-Medaille der Stadt Wien“ und 1944 wurde Bruno Brehm in die „Gottbegnadeten-Liste“ der wichtigsten Schriftsteller aufgenommen, die vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erstellt worden war.
Nach Ende des Kriegs war er im Internierungslager Glasenbach zur „Entnazifizierung“. Der Schriftsteller Leo Perutz, der nach Palästina emigriert war, hatte sich für Brehm eingesetzt – Bruno Brehm habe ihm 1938 Unterstützung zukommen lassen.
Ab 1945 lebte Bruno Brehms Familie - er hatte drei Kinder - in Gößl, danach in Grundlsee und schließlich, ab 1953, in Altaussee Nr. 137.
In einer Gästebucheintragung anlässlich eines Besuches bei Familie Speckmaier in Puchen, wo ein Freund Brehms regelmäßig urlaubte, schrieb er bewundernd über Altaussee und das Ausseerland, und weiter  „…Mit den Menschen werden Sie gut auskommen, denn sie sind hier alle in ihr Land verliebt und wenn Sie das Land lieben lernen, dann werden Sie in diese Liebe mit eingeschlossen…“

Brehm war ein unermüdlich Schreibender. Von vielen Titeln seien genannt „Schatten der Macht. Von den Pharaonen bis zum letzten Zaren“ (1949), der Roman „Aus der Reitschul‘ “, mit deutlich autobiographischem Inhalt, und „Heimat in Böhmen. Lebenserinnerungen.“ (1951). Er verfasste auch Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften.
In der Trilogie „Das zwölfjährige Reich“, vom Verlag Styria 1960 und 1961 herausgegeben, versuchte Bruno Brehm die Vorgeschichte, die zum Nationalsozialismus führte, darzustellen und Erklärungen zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges zu geben. Die „Aufarbeitung“ wurde als solche von vielen Zeitgenossen gelobt und anerkannt. Kritische Rezensenten  jedoch betrachteten diesen Versuch als gescheitert – einzelne Passagen und Aussagen wurden scharf kritisiert. Die Titel der drei Bände waren: „Der Trommler“, „Der böhmische Gefreite“ und „Wehe den Besiegten allen“.
Es folgten weitere historische Werke – die Romane „Am Ende stand Königgrätz“ (1965) und „Der Weg zum Roten Oktober“ (1967) seien noch erwähnt.

1961 wurde Brehm der „Peter Rosegger-Preis“ verliehen, 1963 der „Sudetendeutsche Kulturpreis“ und1968 erhielt er die “Adalbert Stifter-Medaille“.
1967 ehrte die Gemeinde Altaussee ihren Bewohner Bruno Brehm mit der Ehrenbürgerschaft und benannte den Weg, an dem er wohnte, nach ihm.

Am 5. Juli 1974 verstarb Bruno Brehm und wurde in Altaussee begraben.

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