Otto Jungmair
1889–1974

Otto Jungmair

 

Otto Jungmair wurde am 6. April 1889 in Molln/Steyrtal geboren.

Schon ein Großonkel Otto Jungmairs, Rudolf Jungmair, konnte sich als Mundartdichter einen Namen machen.

Die Volksschule besuchte Otto Jungmair in Molln, zur Realschule wechselt er nach Linz und die Oberrealschule absolvierte er von 1903 bis 1907 in Steyr. Als Buchhalter in der Waffenfabrik und später als Bankbeamter verblieb er dort noch zwölf Jahre. In dieser Zeit war er in seiner Freizeit schriftstellerisch tätig. Mit den vollkommen neuen Verhältnissen, die das Jahr 1938 für Österreich brachte, war auch das freie Schriftstellerleben zu Ende, denn einer Verwendung als Buchhalter in den 1938 gegründeten "Hermann Göring Werken" in Linz folgte am 2. August 1939 eine Verhaftung durch die Geheime Staatspolizei und die "Verwahrung" in den Konzentrationslagern Oranienburg/Sachsenhausen und Dachau.1942 endlich wieder freigelassen, wurde er der "deutschen Arbeitsfront" zugeteilt und in Linz mit der Leitung des "Freizeit-Studios" beauftragt, wo die Einschulung von künstlerischen Laienkräften und Spielgruppen zu seinen Obliegenheiten zählte. Außerdem wurde er Referent für Volkskultur und Brauchtum.

Die ersten Gedichte verfasste Otto Jungmair schon als Zwölfjähriger, und seinem angeborenen Ordnungssinn ist es zu verdanken, dass sie erhalten geblieben sind. Über hundert weitere Gedichte hinterließ Jungmair aus der Zeit bis 1919, aber kaum eines fand den Weg an die Öffentlichkeit, bis er seine Anerkennung fand, vergangen noch drei Jahrzehnte. Neben dem Mundartdichter spielte Otto Jungmair als Forscher und Historiker eine bedeutende Rolle. Vor allem war es sein großer oberösterreichischer Landsmann Adalbert Stifter, der ihn faszinierte und dessen Erforschung für Jungmair beinahe zu einer Lebensaufgabe wurde. Auf den Spuren Adalbert Stifters kam er auch nach Altaussee, 1925 veröffentlichte er seine Forschungsergebnisse in zahlreichen Abhandlungen, unter denen sich 1930 „Adalbert Stifters Freundeskreis in Linz" befand. „Volkskultur und Volkstumsarbeit im Ausseer Landl" – verfasste er als in seinem Wirkungsbereich als Referent für Volkstum und Brauchtum. Er erlitt schwere Schicksalsschläge durch den Tod seiner Tochter im Jahre 1943 und Tod seines Sohnes im Kriegseinsatz in Russland im selben Jahr, ereilten ihn. Als seiner Schwiegertochter, Gertraud Jungmair mit ihren Kindern Linz wegen der zunehmenden Fliegerangriffe verließ, entschied er sich, Altaussee zur neuen Heimat zu wählen.

1927 schrieb er den Text für eine Messe "D' Hoamatmeß", die ein Jahr später von Franz Neuhofer für Soli und gemischten Chor vertont wurde. 1953 brachte der OÖ-Landesverlag Gedichtband "Stoan und Stern" voll tiefer Empfindung und weiser Erfahrung heraus. 1959 folgten weitere Veröffentlichungen, "Wunder und Wunden", "Unta da Lind'n", "Allerhand Kreuzköpf aus'n Landl", ein Bühnenstück  "Das Spiel vom Elmbrecht-Moar". Die Arbeit vieler Jahre, die Adalbert Stifter gegolten hatte, fasste er zusammen in seinem Werk "Adalbert Stifter – der Denkmalpfleger". Der OÖ-Landesverlag brachte diesen wertvollen Beitrag zur Stifter-Forschung heraus.

Mit dem "Wörterbuch zur oberösterreichischen Volksmundart" hinterließ Otto Jungmair für Sprach- und Heimatforscher ein unschätzbares Werk. Anerkennung und Ehrungen, wie die Ernennung zum Ehrenmitglied der Stifter-Gesellschaft, des Stelzhammerbundes, der Mundartfreunde Österreich wurden ihm zuteil, seine Heimatgemeinde Molln ernannte ihn zu ihrem Ehrenbürger und 1961 wurde er mit der Ernennung zum Professor h.c. ausgezeichnet. 1972 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

Am 4. Oktober 1974 verstarb Otto Jungmair.

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